Übersicht

„Eine feste Burg ist unser Gott" hatten wohl Architekt und Bauherren im Sinne, als sie die Kapelle entwarfen. Aus heimischen Natursteinen, in eigenwilliger Art und Weise gemauert, erinnert das Gebäude mit ihrem vergitterten Vorhof an eine kleine trutzige Burg in der Diaspora. Die kleinen schlanken Fenster erinnern an historische Wehrkirchen der nahen Umgebung.
Im Innern vermittelt der wie ein umgestülpter Bootsrumpf gestaltete Kirchenraum ein behütendes Gefühl. Die überschaubare Raumgröße erzeugt eine behagliche Nähe zum Geschehen. Glauben zum Anfassen. Eine herbe unverschnörkelte Einfachheit und Schönheit der Ausgestaltung macht den zeitlosen Charme der kleinen Kapelle aus. Am steilen Hang gelegen, ist sie weithin nach Thüringen sichtbar. Ihr Glockenklang legt sich weit hörbar in das Saaletal.

Die Kapelle wurde 1932 zu großen Teilen aus privaten Mitteln finanziert. Wichtig für die Realisierung war Heinrich Kern, ein Partner des Lederfabrikanten aus Hirschberg. Sie wurde dem Heiligen Heinrich geweiht, weil er selbst Heinrich hieß. So hatte er und die kleine katholische Gemeinde von Hirschberg ein Zuhause für ihre religiösen Feiern. Als Besonderheiten sind ein Bild der heiligen Kunigunde und ein von Carl Orff gestiftetes Marienbild zu nennen. Auch die Herkunft der „Schwarzen Madonna", welche der der Madonna von Altötting ähnlich sähe, ist noch ungeklärt. Zeitlos wie die Kapelle ist, hat sie auch das II. Vatikanische Konzil gestalterisch überstanden; somit ist z.B. der Tabernakel noch in der Altarmitte zu finden.

Das ungefähr siebzig Gläubige fassende Kirchlein liegt unmittelbar am ausgezeichneten Wanderweg des „Berger Winkel" und lädt immer mehr Wanderer zur Besinnung ein. Sehr beliebt ist sie auch als Hochzeitskapelle.
Seit Jahren findet in ihr die gelebte Ökumene statt. Immer am ersten Sonntag des Monats besuchen die katholischen Gläubigen der Umgebung den Abendgottesdienst um 18 Uhr. Am dritten Sonntag im Monat feiern die evangelischen Christen der umliegenden Ortschaften ihren Gottesdienst. Ein Kirchlein aus Fels gebaut, aus Holz gezimmert und Gott geweiht.