Jeder von uns kennt Kirchenlieder, die er ganz besonders gerne singt. Eines meiner Lieblingslieder ist die Nr. 870 „Fest soll mein Taufbund immer stehn.“. Dieses Lied passt sehr gut zum heutigen Fest „Taufe des Herrn“, da wir uns heute auch an unsere je eigene Taufe erinnern.
Als ich im Dezember den Seelsorgebereich „Hofer Land“ sozusagen abgefahren bin, haben mich einige Kirchen an ein Zelt erinnert. Ich staune da immer über die jeweilige Dachkonstruktion, die mir das Gefühl gibt, beschützt, aufgehoben, geborgen zu sein.
Ich laufe mit meinem Vater spazieren. Gebückt hält er sich am Gehwägelchen fest, geht Schritt für Schritt. Ich begleite ihn. Es tut richtig gut, rauszukommen, frische Luft zu schnappen und einen Gang runter zu schalten. Plötzlich nimmt er seinen Hut ab und legt ihn auf die Ablage. „Was ist los?“, sage ich. „Du erkältest dich nur!“ – „Hörst du nicht, die Glocken. Es läutet zum Gebet, da nimmt man den Hut ab.“ „Und wir lauschten gemeinsam den Glocken.“ Eine wohltuende Unterbrechung.
Eine alltägliche Geschichte wird uns vor heute Augen gestellt: Maria und Josef sind mit ihrem zwölfjährigen Jesus auf einer Pilgerreise nach Jerusalem. Was werden sie wohl dort erlebt haben? Sicherlich waren es bereichernde Tage gewesen; vielleicht ebenso anstrengend. Auf dem Weg nach Hause bemerken sie: ihr Sohn ist weg. Ein Albtraum für Eltern. Sie entscheiden sich, nach Jerusalem zurückzukehren. Dort finden sie ihn ganz überraschend im Tempel.
Ich stehe vor dem Schrank und sehe verschiedene Kartons. Ich öffne die eine Kiste und sehe die Figuren aneinander geschlichtet: Das Kind. Maria. Josef. Einige Schafe. Ganz versteckt ein Hirte und eine Hirtin. Wie sie da so schön friedlich in der Kiste liegen. Eigentlich habe ich wenig Lust, Weihnachten zu feiern.